Berlin-Seminar Auf den Spuren der Mauer

Gruppe Berlin Seminar Feb 2016043

Vom 25. bis 28. Februar 2016 fand in dem Tagungshaus „Alte Feuerwache“ in Berlin -Kreuzberg das Seminar „Auf den Spuren der Mauer: Ost- und Westdeutschland – 25 Jahre nach dem Mauerfall“ unter der Leitung von Markus Leimbach, dem neuen Referatsleiter Osteuropa, statt. Teilgenommen haben 32 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 22 Ländern und 4 Kontinenten.
Stephan Sievert vom „Berlin-Institut für Bevölkerungsentwicklung und Demographie“ stellte in einem wissenschaftlich fundierten Vortrag die Studie „So geht Einheit“ vor. Darin beleuchtet er die unterschiedliche Entwicklung in Ost und West und belegt diese mit Zahlen. So sei z.B. die Spreizung im Gehaltsniveau (1990 fast 50%, heute 25%) nicht mehr so groß wie vor 25 Jahren, allerdings laufe bei dem Kaufverhalten von Non-Food-Produkten immer noch eine klare Trennlinie durch Deutschland.

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Mit Prälat Hellmut Puschmann war ein Zeitzeuge als Gesprächspartner zu dem Seminar eingeladen, der sehr intensiv und persönlich über seine Erfahrungen als junger Priester in Ostdeutschland und später als Berliner Caritas-Präsident berichtete und dies in den Rahmen der politischen Entwicklung stellte. Er vermittelte einen sehr authentischen Eindruck über das Leben vor und nach der Wende; eine Zeit, die er als Präsident des Deutschen Caritasverbandes erlebte und gestaltete.

Mit einem Blick über die deutsche Grenze und die deutsche Entwicklung beschäftigen sich vier Teilnehmervorträge. Über die (Zwangs-) Vereinigung Vietnams und die immer noch bestehenden Probleme des Zusammenlebens referierten Anh Chi Thai Huynh, Thi Thu Hang Vu und Vu Hoang Thai Duong. Die friedliche Trennung der Tschechoslowakei in zwei Nationalstaaten wurde von Karolina Kohutova vorgestellt und kritisch betrachtet. Ramzi Merhej stellte die Flüchtlingsproblematik im Libanon und das Zusammenleben in einer Gesellschaft, in der mehr Flüchtlinge als Einheimische leben, vor. Daryna Poseichuk schilderte mit einigen Eindrücken die schwierige Situation in der Ukraine, wo eine weitere konfliktive Trennung eines Staates droht.

StadtReisenBerlin, seine wechselhafte Geschichte und das kulturelle Leben, war in drei Exkursionen thematisiert. Die Stadtführung mit originalen Tondokumenten führte entlang eines Teils der Berliner Mauer. Mit sehr vielen Informationen aus dem Alltag der geteilten Stadt führte der Weg vom Brandenburger Tor bis zum Checkpoint Charlie, mit kurzen Aufenthalten am Holocaust-Mahnmal und der Ausstellung zur Topographie des Terrors. Mit dem Besuch der „Distel“, eines politischen Kabaretts zum Thema „Total versteuert“, bei dem es um das deutsche Verhalten rund um die Steuern ging, und mit einem Abschluss in einer typischen Kreuzberger Kneipe wurde das Seminar abgerundet.

Kreuzberg

Geistlich begleitet wurde die Gruppe von dem Albertus-Magnus-Stipendiaten Pater Josef Polishetti, der die gemeinsamen Tage mit einer Meditation einführte und gemeinsam mit Prälat Puschmann mit der Gruppe einen Gottesdienst feierte.