Projektentwicklung und Projektfinanzierung. KAAD-Reintegrationsseminar in Bonn

Die Vorbereitung der Stipendiaten/innen auf die berufliche Reintegration im Heimatland gehört zu den zentralen Aufgaben des KAAD. Dieses Seminar, an dem überwiegen fortgeschrittene Studierende teilnahmen, diente diesem Ziel.

Workshops verlangen Teamarbeit

Workshops verlangen Teamarbeit

24 Stipendiaten/innen aus 13 Ländern kam vom 25.-28. August in Bonn zusammen, um miteinander und begleitet von Fachleuten verschiedene Aspekte ihrer beruflichen Reintegration im Heimatland zu diskutieren. Im Gepäck hatten sie Fragen und Zweifel, aber auch Geschäfts- und Projektideen und Karrierepläne. Projektentwicklung allgemein ist ein zentraler Aspekt beim Aufbau der eigenen professionellen Zukunft im Heimatland. Sie kann sich genauso auf die Vorbereitung von Forschungsprojekten an Universitäten wie auf Planungen für (sehr häufig von Drittmitteln abhängige) Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beziehen. Einige KAAD-Stipendiaten/innen spielen aber auch mit dem Gedanken, ihre eigenen Unternehmen zu gründen.

Dr. Henry Schürmann (Bildungsreferent beim katholischen Hilfswerk MISEREOR), der jahrelange Erfahrung im Bereich Projektentwicklung und -evaluierung hat, stellte die verschiedenen Schritte dar, die eine sorgfältige Projektvorbereitung benötigt, um Interesse bei Partnern und möglichen Geldgebern zu wecken. Dabei betonte er immer wieder, dass eine erfolgversprechende Projektidee in den sozialen und wirtschaftlichen Kontext vor Ort eingebunden sein muss. Nicht nur in der weltkirchlichen Zusammenarbeit gilt heute, dass Projektideen, die nicht von betroffenen Bevölkerungsgruppen mitgeplant und getragen werden, kaum Chancen auf Erfolg haben. Schürmann gelang es, den Teilnehmenden Mut zu machen, eigene Projektvisionen zu entwickeln und sich nicht so schnell von Hindernissen auf dem Weg der Umsetzung abschrecken zu lassen.

Für den Workshop „Start-up Clinic for KAAD Scholars“ hatte Prof. Dr. Utz Dornberger, Direktor des SEPT-Programms (Small Enterprise Promotion and Training) an der Universität Leipzig, bereits im Vorfeld von den Teilnehmenden kurze Skizzen zu eigenen Geschäftsmodellen angefordert, die während des Seminars Schritt für Schritt weiter entwickelt wurden. Die eingereichten „Business Ideas“ reichten von Projekten der Lebensmittelkonservierung in Uganda über Müllvermeidung in Vietnam bis zum Aufbau einer Bibliothek in Myanmar. Dem Trainerteam aus Leipzig gelang es, die innovativen Ideen der Teilnehmenden in Beziehung zu setzen zu den harten Anforderungen der konkreten Entwicklung eines Geschäftsmodells unter Berücksichtigung solcher Faktoren wie Marktanalysen, Identifizierung von Kundengruppen, etc. Die Mitwirkenden zeigten sich begeistert von dieser praxisorientierten und interaktiven Arbeitseinheit. Das SEPT-Programm und der KAAD haben durch diese Veranstaltung ihre enge Zusammenarbeit unterstrichen.

Prof. Dornberger im Gespräch mit Teilnehmenden

Prof. Dornberger im Gespräch mit Teilnehmenden

Stipendiatengruppe beim Besuch im Haus der Geschichte, Bonn

Stipendiatengruppe beim Besuch im Haus der Geschichte, Bonn