Seminar Bierkultur(en) in St. Ottilien

Das Seminar „Bierkultur(en)“, 23. bis 26.09.2016 in St. Ottilien, (Leitung: Dr. Heinrich Geiger, geistliche Begleitung: Pater Prof. Dr. Ulrich Engel OP), bot einer Gruppe von 26 KAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten die Möglichkeit, sich mit zwei Entwicklungen in der Welt des Biers auseinanderzusetzen. Auf der einen Seite stehen die großen Brauereien, die weltweite Märkte anstreben. Ob man mit Pilsner Urquell anstößt oder Beck´s, mit Grolsch oder Corona, Stella Artois, Budweiser oder auch Hasseröder: All diese Marken wollen in den Wachstumsmärkten des Biers punkten, also in Afrika, Südamerika und Asien. Auf der anderen Seite gibt es den Durst auf das Besondere. Diesen helfen weltweit mehr und mehr kleine Brauereien zu löschen.

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Markus Raupach, Deutsche Bierakademie Bamberg

bier-1Gleich zu Beginn des Seminars lernten die Teilnehmenden Bier in seinen unterschiedlichsten Variationen kennen. Sie verkosteten mehrere Bierspezialitäten. Im Vergleich mit den Bieren und den Bierkulturen ihrer eigenen Heimatländer konnten die Stipendiaten/innen, die 16 Ländern entstammten, Vielfalt erfahren. Markus Raupach, Deutsche Bierakademie GmbH in Bamberg, legte in seinem Vortrag „Bierkultur(en). Historische Einführung und Verkostung“ zu Beginn des Seminars gleich eindrucksvoll dar, dass Bier immer auch ein Stück Heimat darstellt und aufs engste mit lokalen Traditionen verbunden ist. Er ermöglichte den Teilnehmenden einen Überblick über die Geschichte des Biers, die durch viele Faktoren bestimmt ist: u.a. durch kulturelle Vorprägungen, politische Regelungen und technologische Entwicklungen. In diesem Seminar fühlten sich die Studierenden unterschiedlichster Disziplinen angesprochen.

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Ammersee

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Besuch des Kloster Andechs

Am zweiten Seminartag führte die Suche nach den vielen Bierkulturen in die vom Jüdischen Museum in München ausgerichtete Ausstellung „Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten“. Im Babylonischen Talmud ist oft vom Bier die Rede: Das Judentum hat eine viel ältere Biervergangenheit als das Germanentum oder gar die Bajuwaren. Im Anschluss besuchte die Gruppe das größte Volksfest der Welt, das Oktoberfest. Das geistliche Programm des Bierkulturen-Seminars beinhaltete neben dem von Pater Ulrich Engel zelebrierten Gottesdienst auch den Besuch des Kloster Andechs.
Ein insgesamt sehr lehr- und erfahrungsreiches Seminar, das die Gruppe anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reinheitsgebot“ mit der „Glokalität“ (Globalität plus Lokalität) eines weltweit verbreiteten Getränks vertraut machte.