Seminar zur medialen Konstruktion von Vorstellungen über Lateinamerika

ausflug

Auf dem Weg zur Stadtführung in Lingen

An dem Seminar „‘Imaginarios de América Latina‘: Die mediale Konstruktion von Vorstellungen über Lateinamerika“, das vom 06.- 09.10.2016 im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen (Ems) stattfand, nahmen 27 Studierende aus zehn Ländern Mittel- und Südamerikas teil. Schon bei der Vorbereitung der Veranstaltung war es den Studierenden wichtig, das Thema sowohl aus einer externen Perspektive (Hollywood) als auch aus der internen Sicht (Telenovelas und Filme) zu beleuchten. Schnell wurde deutlich, dass in Hollywood produzierte Imaginarios über Lateinamerika heute weitaus differenzierter sind als noch in den 1990er Jahren.

fuhrmann

Dr. Fuhrmann im Gespräch mit den Teilnehmern/innen

Zum Einstieg in das Thema gab der Filmwissenschaftler Dr. Wolfgang Fuhrmann (Universität Zürich) eine theoretische und historische Einführung in das lateinamerikanische Kino. Dabei wurde auch die oft ambivalente Haltung lateinamerikanischer Filmemacher deutlich, die sich zwischen der Bewunderung für den US-amerikanischen Film und dem Bemühen um Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bewegt. Die Präsenz Fuhrmanns während des gesamten Seminars trug zu dessen Erfolg entscheidend bei.
Die Teilnehmer/innen, die auch eigene Referate einbrachten, reagierten häufig emotional auf positive und negative Stereotype und Vorurteile, die ihnen durch Filmszenen und in Bildern lateinamerikanischer Telenovelas und Serien begegneten, da diese mit ihren eigenen Vorstellungen nicht übereinstimmten. Daraus erwuchs die Frage nach der Distanz zwischen dem medialen Bild und der lateinamerikanischen Realität. Nach Ansicht der Studierenden müssen Konsumenten audiovisueller Medien durch Bildung dafür sensibilisiert werden, klarer zwischen der medialen Welt der Unterhaltung und sozialen Realitäten zu unterscheiden. Gleichzeitig sind Autoren und Filmemacher gefordert, in ihren Produktionen größere Anstrengungen zu unternehmen, die Komplexität lateinamerikanischer Gesellschaften widerzuspiegeln.