Osteuropaseminar Ist Osteuropa in die Europäische Union integrierbar?

Seminarteilnehmende im Europäischen Parlament (Foto: KAAD)

Seminarteilnehmende im Europäischen Parlament (Foto: KAAD)

Vom 9. – 13. November trafen sich in Brüssel 21 Stipendiaten und Stipendiatinnen des KAAD sowie vier Stipendiaten des Albertus-Magnus-Programms (AMP) und zwei Stipendiaten des Cusanus-Werkes, um diesem Thema auf den Grund zu gehen. Die Teilnehmenden stammten sowohl aus EU-Ländern (Polen, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn, Kroatien), als auch aus weiteren Ländern (Albanien, Armenien, Georgien, Ukraine, Nicaragua und Palästina). Das Seminar leiteten Markus Leimbach (Referatsleiter Osteuropa) und der geistliche Beirat des KAAD, P. Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP.

Georg Ziegler, EU-Kommission (Foto: KAAD)

Georg Ziegler, EU-Kommission (Foto: KAAD)

Durch einführende Vorträge wurde ein Überblick über die aktuelle Sachlage gegeben und Eindrücke von Referenten aus verschiedenen EU-Institutionen vermittelt. Nach einem eindrucksvollen Vortrag von Dr. Pavel Cernok, einem tschechischen Mitarbeiter des Besucherdienstes, und einer Führung durch das Europäische Parlament wurde das Seminarthema durch Vorträge von Georg Ziegler (EU Kommission, Bereich Erweiterung) politisch und von Dr. Michael Kuhn (ComECE, Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen) von kirchlicher Seite behandelt und in der Gruppe diskutiert.

(Foto: KAAD)

(Foto: KAAD)

Die Sichtweise der mittel- und osteuropäischen Länder war Thema des zweiten Seminartages. Prof. Dr. Marko Trogrlic, Historiker aus Split, berichtete aus kroatischer Perspektive über die Visionen der Region. Hier stehe Stabilisierung, höhere Wertschätzung der Familien und verstärkte Umweltpolitik an oberster Stelle. Der KAAD-Stipendiat brachte auch die Verantwortung der Christen gegenüber Bedürftigen als wichtige sozialpolitische Aufgabe ein. Der ukrainische AMP-Stipendiat Mykola Vytivskyi zog in einem lebendigen Vortrag den Bogen von historischen Verletzungen (Holodomor-Hungersnöte, Staatsgründung und erneute Einbindung in eine Großmacht) bis hin zur heutigen Situation des sogenannten Euromaidans und der angestrebten EU-Mitgliedschaft seines Landes.

Die EU dargestellt als Brücke, die verknüpft und überwindet (Foto: KAAD)

Anschließend berichtete Prof. Dr. Dr. Andras Maté-Toth, Pastoraltheologe aus Szeged, über die ungarische Sichtweise zur EU-Mitgliedschaft. Er verdeutlichte, dass Ungarn immer wieder Wert auf seine neu erlangte staatliche Souveränität lege, was das manchmal schwierige Verhältnis zur EU erkläre.

gemeinsamer Gottesdienst (Foto: KAAD)

Gemeinsamer Gottesdienst (Foto: KAAD)

Die Seminarteilnehmer resümierten, dass eine Integration Osteuropas in die EU bereits stattgefunden habe und sich stetig weiterentfalte. Jedes Land bewahre dabei seine Eigenheiten und bringe sich in die Entwicklung der EU ein. Mit Meditationen aus den verschiedenen in Osteuropa vertretenen Kirchen, einem gemeinsamen Gottesdienst und einer Stadtführung durch die belgische Hauptstadt wurde das Seminar abgerundet.