A Meeting of East and West: Philosophy and Religion. Internationale Konferenz in Bangkok, organisiert vom Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg, der Diözese Regensburg und dem KAAD

HP 4 IMG_2446HP 5 IMG_2498Ende November 2017 bereiste Papst Franziskus Myanmar und damit ein Land, mit dem der KAAD seit 1993 enge Beziehungen unterhält. Mit der internationalen Konferenz A Meeting of East and West: Philosophy and Religion, die vom 5. bis 8. Dezember stattfand, sollte den Stipendiatinnen und Stipendiaten des KAAD aus Myanmar die Möglichkeit gegeben werden, ihre Rolle als Christen in einer Region zu reflektieren, die von einer Vielfalt der Kulturen, Religionen und Weltanschauungen geprägt ist. Das Programm hat die kulturelle und religiöse Vielfalt Südostasiens auf vielfältige Weise thematisiert. Fr. Charles Julius Borges sprach über „India´s unique Spiritual and Social Offerings to the World, Then and Now“ und Ass. Prof. Dr. Warayuth Sriwarakuel über „Philosophy and Theology in Thailand“. Besonders erhellend war der Vortrag von Fr. Werasak Yongsripanithan „Some Ideas for Talk on Philosophy and Theology and my Observation in Thailand (Hill-Tribe Group)“, mit dem er die besondere Situation der Christen im Grenzgebiet zwischen Thailand und Myanmar erörterte. Fokussiert auf den interreligiösen Dialog zwischen Buddhisten und Christen in Myanmar war der Vortrag von Prof. Dr. Saw Hlaing Bwas „Doing a Dialogical Theology in the Buddhist Philosophical Context of Myanmar“.

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Dr. Christian Schaller (rechts) mit einem Teilnehmer der Veranstaltung

Zu der internationalen Konferenz waren vier Repräsentanten der Diözese Regensburg angereist, dank deren Finanzierungszusage der KAAD seit 2001 sein Engagement für Myanmar ausweiten und an der Assumption University of Thailand (ABAC) kirchliche und fachlich gut ausgewiesene Studentinnen und Studenten zusätzlich zu seinem Stipendienprogramm in Deutschland fördern konnte. Nach ihrer Rückkehr haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten in kirchlichen Bildungseinrichtungen, in der Verwaltung, bei der Caritas oder bei Entwicklungsprojekten von Nichtregierungsorganisationen gearbeitet. Zunehmend arbeiten sie nach den zwei Jahren als „Freiwillige“ in der Kirche nicht nur im kirchlichen Bereich, sondern auch in internationalen Unternehmen oder bei Hilfsorganisationen. Von der Diözese Regensburg waren der frühere Leiter und die jetzige Leiterin des Büros Weltkirche sowie auch der Myanmarbeauftragte anwesend. Sie waren zusammen mit dem Direktor des Benedict XVI. Study Center, Dr. Christian Schaller, angereist, der die Konferenz mit dem Vortrag „Earth, man, God: Reflecting with Joseph Ratzinger/ Benedict XVI on the Dimension of Culture“ eröffnete. An der Konferenz nahmen insgesamt 61 Personen teil. Direkt aus Myanmar reisten 20 Personen an.

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Glen Chatelier, Leiter der Auslandsabt. des ABAC (rechts), mit KAAD-Stipendiaten/innen

Myanmar hat sich geöffnet und befindet sich wirtschaftlich und gesellschaftlich in einem großen Umbruch. Auch Enttäuschung über zu langsamen Wandel macht sich breit. Diese Umwälzungen stellen die Seelsorge und die Arbeit der Kirche vor große Herausforderungen. War die Kirche vorher eng in ihrem eigenen Lebensraum eingeschlossen, bieten sich jetzt Spielräume zur Mitgestaltung einer humanen und friedlichen Gesellschaft. Kardinal Charles Bo und die katholische Kirche von Myanmar haben immer wieder bekräftigt, dass sie am „nation building“, am Aufbau einer demokratischen, friedlichen und gerechten Gesellschaft auch als Minderheit engagiert beitragen wollen. Nicht zuletzt dank der qualifizierten Mitarbeit der vom Bistum Regensburg und dem KAAD geförderten Stipendiaten/innen, hat die Kirche in Myanmar gerade auf dem Land und in Regionen, wo die Regierung kaum aktiv war, mit Bildung, Katastrophenhilfe, Flüchtlingsversorgung und Entwicklungsprojekten schon vor den politischen Umwälzungen allen Bewohnern Myanmars ohne Ansehen der Religion geholfen. Für die heutige Arbeit der Kirche gerade auch angesichts der aufbrechenden Konflikte zwischen nationalistischen Buddhisten und muslimischen Minderheiten ist diese Arbeit weiter nötig. Neue Chancen ergeben sich aber auch jenseits der unmittelbar kirchlichen Arbeit. Gut ausgebildete katholische Weltchristen können jetzt verstärkt im Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils als entschiedene Christen in der Wirtschaft, bei internationalen Hilfsorganisationen und auf verschiedenen gesellschaftlichen Feldern am Aufbau eines neuen Staates mitwirken. Zur gerechten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung braucht das Land zukünftig noch viel mehr gut ausgebildete und vor allem auch ethisch verantwortliche Bürger. Die Stipendiaten und Stipendiatinnen des KAAD und der Diözese Regensburg gehören sicher dazu.