Banalität des Bösen – Aus der deutschen Geschichte für die Zukunft lernen

IMG_4710Vom 18. – 21. Februar trafen sich 17 Stipendiatinnen und Stipendiaten des KAAD aus 11 Ländern und zwei Stipendiaten des Albertus-Magnus-Programmes im Benediktinerkloster St. Ottilien zum Seminar mit dem Titel „Banalität des Bösen“. Dieser von Hannah Arendt geprägte Begriff, mit dem die deutsch-amerikanisch-jüdische Philosophin und Konfliktforscherin auf die grausamen Geschehnisse der Judenverfolgung während der Herrschaft des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges in Deutschland reagierte, bildete die Arbeitsgrundlage des Seminars, vor dessen Hintergrund das Thema auf verschiedenen Ebenen beleuchtet wurde. Die Veranstaltung wurde durch den Referatsleiter Osteuropa, Markus Leimbach, und P. Prof. Dr. Ulrich Engel OP als Geistlicher Beirat begleitet.

Vortrag Jörg LüerIMG_4662Dr. Jörg Lüer (s. Bild links) von der Deutschen Kommission Justitia et Pax stellte die Ebene der gesellschaftlichen Dimension von Gewalt an Hand ihrer Wahrnehmung und Rezeption durch die Einzelnen und die Gesellschaft dar. Hierzu analysierte er ihre unterschiedlichen Formen und deren Auswirkungen und erläuterte die Ansätze von Justitia et Pax zur Lösung von Problemen, vor allem in der Versöhnungsarbeit. P. Prof. Dr. Ulrich Engel OP (s. Bild rechts) führte in die theologisch-religiöse Dimension des Bösen ein und stellte drei Theorien zum Ursprung des Bösen dar. Anhand von drei Bibelstellen wurde in Kleingruppen zu diesem Thema gearbeitet. P. Cyrill Schäfer OSB führte die Gruppe über das Klostergelände in St. Ottilien und ging auf die schwierige Geschichte des Klosters ein, als es nach dem Krieg als Lazarett für jüdische KZ-Häftlinge genutzt wurde.

Dachau Helmut RezIMG_4703Ergreifend war für die Gruppe die Führung durch das ehemalige Konzentrationslager Dachau. Helmut Rez vom Dachauer Forum stellte anschaulich und informativ das Leben im Lager dar. Er ging auf die Opferperspektive ein, zeigte Beispiele von Zivilcourage und die negativen Seiten des Mitläufertums sowie die Täterperspektive auf.

Abgerundet wurde das Seminar mit morgendlichen Meditationen zum Einstieg in den Tag. Den spirituellen Abschluss bildete ein gemeinsamer Gottesdienst, in den die Erfahrungen dieser Tage einflossen.