Studien- und Pilgerfahrt nach Rom: Begegnung mit der Weltkirche

19 Teilnehmer/innen aus 13 Ländern waren vom 26.8.-1.9.2018 im Zentrum der Weltkirche unterwegs, historisch geführt von Dr. Hermann Weber, geistlich begleitet von P. Prof. Dr. Ulrich Engel OP.
In den Motivationsbriefen für die Teilnahme spiegelte sich die erwartete Bedeutung der Fahrt für die eigene Glaubensgeschichte und auch die Ausstrahlung, die von der Gestalt und den Anliegen des Papstes ausgehen. Die unmittelbare spirituelle Erfahrung an einem Quellort des eigenen Glaubens, die Suche nach „Bewahrheitung“ des in den Heimatländern Gelernten und Erträumten waren außerdem leitende Motivationen für unsere Pilgergruppe. Die Fahrt bot erneut die einmalige Chance, gemeinsam den „fremden Blick“ auf die europäische Geschichte an einem ihrer Ursprungsorte zu werfen. Die Gruppe war in einem Gästehaus eines italienischen Säkularinstituts in Trastevere untergebracht, von wo aus in meist langen Fußmärschen die Stadt und ihre Geschichte erschlossen wurden. Gleichzeitig musste sie sich in einer touristisch überlaufenen Metropole ihren eigenen geistlichen Ort gewissermaßen erst erarbeiten. Thematisch wurde (auch angesichts einiger nicht-katholischer bzw. nicht-christlicher) Teilnehmer ein Akzent auf Rom als Stadt auch der interkonfessionellen/-religiösen Begegnung gelegt, gespiegelt in der Stadtgeschichte.

Für die Stipendiatinnen und Stipendiaten wurden so die Begegnung mit Rom als Brennpunkt der Weltgeschichte, vor allem aber Gebet und Eucharistie an den Stätten der frühen Christenheit und der großen römischen Heiligen ein prägendes Erlebnis. Das gilt insbesondere für diejenigen, die aus Ortskirchen kommen, wo die Christen in einer Situation der Diskriminierung oder gar Verfolgung leben; sie empfinden die Fahrt meist als eine stellvertretende Pilgerreise für ihre Gemeinschaft. Die Gruppe nahm auch an der Mittwochsaudienz von Papst Franziskus teil, wo er in seiner Katechese auf das Weltfamilientreffen in Dublin zurückblickte und über die Kirche und die Menschheit als „Familie“ predigte. Anlässlich des KAAD-Jubiläumsjahrs erhielten wir eine Segensurkunde des Papstes.

Eine lebendige, aus kleinen stadtrömischen Anfängen in eine weltkirchliche Dimension gewachsene Spiritualität konnten wir im Gebet und Gespräch mit Vertretern der Gemeinschaft Sant’ Egidio in Trastevere erfahren. Von hier aus werden viele soziale Dienste für die Armen Roms organisiert, aber auch wichtige Impulse für die Versöhnung in politischen Konfliktsituationen und zwischen den großen Religionen gegeben, ein Thema, das den KAAD in seiner Bildungsarbeit besonders beschäftigt. In der Predigt beim öffentlichen Abendgebet wurde diese Verbundeheit von der Gemeinschaft gewürdigt.

Die Führungen durch einzelne historische Stadtviertel sollten einerseits ein anschauliches Bild der Lebensverhältnisse in bestimmten Epochen vermitteln, andererseits die Begegnung mit großen Persönlichkeiten der Antike und der Kirchen- und Profangeschichte ermöglichen. Im Horizont der Arbeit des KAAD wurde ein besonderer Akzent auch auf Rom als Stadt der Wissenschaft und Weisheit gelegt. 12 Stipendiaten/innen steuerten Kurzreferate zu Einzelthemen, z. B. den Biographien bedeutender Persönlichkeiten, bei.

Der derzeit in Rom forschende Stipendiat Ignacio Garcia (Mexiko) führte uns außerdem durch Teile der Vatikanischen Gärten, besonders zur Statue des hl. Gregor von Narek, wo wir um die versöhnende Kraft der Religionen beteten. P. Philipp Wagner OP, der neue Rektor, führte uns am Freitag durch seine Kirche Sa. Sabina.