Amazonien: Ökologische Forschung und kirchliche Praxis in einem bedrohten Lebensraum

27 Stipendiaten/innen aus sieben Ländern Lateinamerikas trafen sich vom 14. bis 17. Februar in Münster zu einem von der Akademie Franz Hitze Haus und dem KAAD gemeinsam organisierten Seminar mit dem Thema „Amazonien: Ökologische Forschung und kirchliche Praxis in einem bedrohten Lebensraum“. Hintergrund der Veranstaltung war die für Oktober 2019 von Papst Franziskus einberufene Sonderversammlung der Bischofssynode für das Amazonasgebiet.

Eingangs führte die Sozialanthropologin Michaela Meurer (Universität Marburg) den Teilnehmenden die soziale, wirtschaftliche und ökologische Komplexität der Region vor Augen. Sie betonte die Existenz von großen Städten, die seit Jahrtausenden dauernde Interaktion zwischen Mensch und Natur und die wirtschaftliche Nutzung der Region. Ohne die Krise und gravierenden Probleme Amazoniens in Frage zu stellen, machte die Referentin deutlich, dass ein analytischer und realistischer Umgang mit diesen Problemen ein Verständnis der Region erfordert, das über gängige Stereotype von „der grünen Lunge der Erde“ und von „bedrohten indigenen Völkern“ hinausgeht. Sie riet auch der Kirche, bei der Arbeit der Synode diese Komplexität im Auge zu behalten.
Pater Michael Heinz SVD, Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat, der seine Seminarteilnahme leider kurzfristig absagen musste, hatte den Studierenden seinen Vortrag zugeschickt. Er schlug den Bogen von der Umweltenzyklika Laudato si‘ (2015) zum Anliegen der Amazonassynode und erklärte, dass in der jetzigen Vorbereitungsphase die Menschen ihre Sorgen und Anliegen an die Ortskirchen herantragen, die dann in die Synode einfließen. Pater Heinz erklärte auch die wichtige Arbeit des regionalen kirchlichen Netzwerkes ‚Red Eclesial Panamazónica‘ (REPAM), das die Vorbereitung der Synode koordiniert.
Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars stammten aus Amazonas-Anrainerländern und zeigten in Vorträgen und Diskussionsbeiträgen, wie unterschiedlich intensiv das Thema Amazonia und die Synode in den Zivilgesellschaften ihrer Länder diskutiert wird. Die Gruppe nahm sich vor, ein Ergebnispapier des Seminars zu verfassen und in den Vorbereitungsprozess der Synode einzubringen.