Juliana Murniati (Indonesien)

Aus einer Alumna ist eine Partnerin geworden. In den Jahren 2003 bis 2007 hatte sie sich mit Unterstützung des KAAD an den Universitäten Jena und Regensburg zum Thema „Eine kulturvergleichende Studie zum Vertrauensaufbau am Beispiel deutscher und indonesischer Arbeitsgruppen“ promoviert. Ende 2007 kehrte sie nach Jakarta zurück und setzte dort ihre Dozententätigkeit an der psychologischen Fakultät der Katholischen Universität Atma Jaya fort. Seit 2009 ist sie deren Dekanin. Im wissenschaftlichen Bereich wirkte sie nach ihrer Rückkehr unter anderem an dem Projekt „Leading and managing large scale change“ mit. Bei diesem handelte es sich um ein Teilprojekt eines Forschungsvorhabens der „Global Change Alliance“ mit Partnern aus Frankreich, den USA, Großbritannien, Deutschland und verschiedenen asiatischen Ländern. Mit ihrem vielfältigen Wissen und ihren analytischen Fähigkeiten unterstützt sie ihre Heimatdiözese bei deren pastoralen Arbeit.

Der überwiegend von Muslimen bewohnte Staat mit 250 Millionen Menschen ist nach Indien und den USA die drittgrößte Demokratie der Welt. Sicherlich nicht frei von separatistischen Tendenzen, spontan aufflammender Gewalt und inneren Spannungen. Aber doch ein weitgehend stabiler Staat. Selten hat die nationalstaatliche Idee einen so abenteuerlichen Siegeszug gefeiert wie in Indonesien. Daran knüpfen sich viele Fragen, mit denen Frau Dr. Juliana Murniati aufgrund ihrer Führungsverantwortung und ihres gesellschaftlichen Engagements tagtäglich konfrontiert ist: Was hält dieses Gebilde zusammen? Welche Rolle spielen Intellektuelle und Künstler, seitdem Studenten den Autokraten Suharto 1998 stürzten? Und welches Gewicht haben heute religiöse Fanatiker im Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit?

Murniati Preisübergabe„Managing large scale change“. Zusammen mit ihren Kollegen im Partnerkomitee engagiert sich Frau Dr. Juliana Murniati für das Stipendienprogramm des KAAD aus der Überzeugung heraus, dass die Leistung jedes Einzelnen für die Entwicklung des Landes entscheidend ist. Und es kommt noch ein weiterer Tätigkeitsbereich hinzu. In Indonesien existiert eine große Ehemaligengruppe namens Kontak, deren Mitglieder der in Deutschland aktiven Katholischen Studierendenfamilie KMKI entstammen. Ihre Aktivitäten trägt finanziell der KAAD. Nach Indonesien kehren fast alle, die im Ausland studiert haben, zurück. Die Reintegrationsquote ist hoch. Hierfür sorgen die engen Familienbande. Frau Dr. Murniati ist es als Sekretärin des KAAD-Partnerkomitees gelungen, dieses einzigartige Potenzial aus Alumnae und Alumni dem KAAD für seine Nachkontaktarbeit zu erhalten.

Auf der Jubiläumsakademie 2018 wurde Frau Dr. Juliana Murniati die Bene-merenti-Medaille für Ihr Engagement für den KAAD überreicht!