Ebtihal Abdel Kawi Shedid (Ägypten)

Nach ihrem Abitur an der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo studierte Frau Abdel Kawi Shedid an der Cairo University Germanistik. Anschließend begleitete sie als Projektassistentin am Goethe-Institut in Kairo unterschiedliche Veranstaltungen, wo immer wieder auf die exzellenten Fremdsprachenkenntnisse der arabischen Muttersprachlerin zurück gegriffen wurde. 2008 bewarb sie sich um ein KAAD-Stipendium für den viersemestrigen Masterstudiengang "Sprache, Kultur und Translation" am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim. Dort konnte sie nicht nur die Übersetzerausbildung durchlaufen, sondern sich auch wissenschaftlich mit Translationsdidaktik und -kritik auseinander setzen.

Die ersten professionellen Erfahrungen mit Online-Journalismus und neuen Medien sammelte Ebtihal Abdel Kawi Shedid, nachdem man sie im Frühjahr 2007 in das Team der deutsch-arabischen Jugendwebsite "Li-Lak" geholt hatte. Während ihrer Studienzeit in Deutschland hielt sie über diese Arbeit Kontakt mit den Kollegen/innen im Heimatland. Und baute zugleich neue Projekte auf: Sie übersetzte Theaterstücke und Kinderbücher und begleitete internationale Theaterprojekte, zuletzt nach Bosnien-Herzegowina. Während ihrer Zeit an der Universität Mainz gehörte die Muslima zum festen Kern der Katholischen Hochschulgemeinde Landau und Germersheim, zudem war sie als Mitglied der KAAD-Bildungskommission engagiert.

Kurz vor Beginn der Revolution kehrte Ebtihal Abdel Kawi Shedid nach Ägypten zurück. Dass sie sich - wenige Wochen nach ihrer Heirat - auf dem Tahrir-Platz wiederfinden würde, hatte sie zu diesem Zeitpunkt nicht geahnt. Dass sie - wiederum nur kurze Zeit später - das Angebot erhalten würde, das Webjournal "Transit" am Goethe-Institut Kairo zu betreuen, war ebenfalls eine Überraschung. Sie hat zugesagt. Denn, so machte sie bei einer Podiumsveranstaltung des "Bonner Forums Kirche und Entwicklung" im Mai 2011 deutlich, in Ägypten hätten unabhängig denkende Bürgerinnen und Bürger über Jahrzehnte keine zivilgesellschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten gehabt. Jetzt gebe es Raum für kritische Auseinandersetzung. Das Webjournal "Transit" will hierfür eine Plattform bieten. Dutzende junger Autorinnen und Autoren schreiben darüber, wie sie die Zeit des Umbruchs erleben. Im Webjournal „Transit“ entsteht ein vielschichtiges Bild des "Arabischen Frühlings": Einen Mausklick entfernt von News aus der ägyptischen Musikszene finden sich aktuelle Nachrichten über den Stand der Militärprozesse gegen kritische Blogger.

Ebtihal Abdel Kawi Shedid hält von ihrem Büro in Kairo aus die Fäden zusammen, spürt aktuelle Themen auf und entwickelt das Gesamtkonzept weiter. Berufsalltag, das ist für die KAAD-Alumna vor allem Dynamik. Deshalb sieht sie in Ägypten ihren Platz - einem Land, das seine immensen Zukunftsherausforderungen nur bestehen wird, wenn viele Ägypterinnen und Ägypter mit ihrem Mut und ihrer Kreativität dazu beitragen, den Umbruch zum Beginn eines dynamischen Transformationsprozesses zu machen.

 


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Ebtihal Abdel Kawi Shedid (Ägypten)

Wer Ebtihal Abdel Kawi Shedid zum ersten Mal begegnet, merkt es sofort: Kommunikation ist für sie Leidenschaft. Ein Stipendium des KAAD hatte es der Germanistin aus Kairo ermöglicht, sich zur Übersetzerin zu qualifizieren. Kurz vor Beginn der Revolutionswochen kehrte sie nach Ägypten zurück. Als Verantwortliche für das zweisprachige Webjournal "Transit" am Goethe-Institut Kairo, das Themen der jungen Generation in Nahost und Nordafrika aufgreift, gestaltet sie seit Sommer 2011 die gesellschaftlich-kulturelle Dynamisierung ihres Landes aktiv mit.

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