Libanon: Studienchancen für Flüchtlinge und Sektorexperten/innen

Begrüßung neuer StipendiatenDas Drittland-Stipendienprogramm des KAAD für Flüchtlinge und Sektorexperten im Nahen Osten ist erfolgreich angelaufen. Bei ihrer Dienstreise in den Libanon vom 13.-22. Mai 2016 konnte Referatsleiterin Dr. Christina Pfestroff erstmals die Stipendiaten, die ihr Studium an einer libanesischen Hochschule begonnen haben, persönlich in der KAAD-Familie willkommen heißen.

In das neue KAAD-Drittlandsprogramm, das syrischen, irakischen, libanesischen, jordanischen und ägyptischen Studierenden die Chance zu einem Masterstudium an einer Universität in der Nahostregion eröffnet, wurden in den vergangenen Monaten 17 Stipendiaten/innen aufgenommen. Voller Dank berichteten die syrischen Studierenden im Libanon davon, wie sich ihr Leben in den vergangenen Monaten verändert hat: „Das Stipendium des KAAD hat mir in einer extrem schwierigen Lebenssituation neue Motivation gegeben“, so einer der Stipendiaten. „Meine Wohnsituation ist weiterhin schwierig, aber endlich kann ich mich auf mein Ziel konzentrieren, mich während der Zeit im Libanon weiter zu qualifizieren.“

Dank großzügiger Unterstützung von staatlicher und kirchlicher Seite stehen dem KAAD seit 2015 in erheblichem Umfang Gelder zur Förderung von Masterstudien an libanesischen, jordanischen und ägyptischen Universitäten zur Verfügung. Das neue Programm zielt darauf ab, ein Netzwerk engagierter Akademiker/innen zu schaffen, in dem Flüchtlinge und Sektorspezialisten gemeinsam nach Lösungen für die Probleme und Konfliktfelder der Region suchen.

Neu aufgenommene syrische Stipendiaten im Gespräch mit KAAD-Alumnus Prof. Dr. Gaby Abou Samra (USEK)

Marienwallfahrtsort Harissa über der Bucht von Jounieh

Eine erste Gelegenheit für Begegnung und Austausch bot das KAAD-Seminar im Marienwallfahrtsort Harissa am 21. Mai 2016. Unter dem Thema „In the Service of Refugees and Host Countries“ kamen 22 Teilnehmende aus Syrien, dem Libanon und Deutschland für einen Tag zu Begegnung und Diskussion zusammen. Der Präsident von Caritas Liban, P. Paul Karam, und der Direktor des MECC-Programms Ecumenical Relief Service, Samer Laham, gaben Einblicke in die kirchliche Flüchtlingsarbeit im Libanon und in den Nachbarländern.
Unterstützung für das neue KAAD-Programm signalisierten auch zahlreiche Vertreter/innen libanesischer Universitäten und Fachorganisationen, die auf je eigene Weise syrischen und irakischen Flüchtlingen im Land zur Seite stehen. Auch der Apostolische Nuntius, Msgr. Gabriele G. Caccia, begrüßte im Gespräch mit der Referatsleiterin Nahost und dem KAAD-Projektbeauftragten für das neue Drittlandsprojekt, Evgeni Goshev, den weitsichtigen Programmansatz: Regionale Studienchancen seien die beste Möglichkeit, motivierte und qualifizierte Fachleute – insbesondere unter den Christen – in der Region zu halten.

Einblicke in die Flüchtlingsarbeit von Caritas Liban und dem Middle East Council of Churches

Schwerpunkte des Programms sind die Bereiche Entwicklung, Flüchtlingsarbeit, psychosoziale Dienste und der Erhalt religiöser und kultureller Diversität. Mit großem Dank wurde das Signal des nationalen Koordinators für die Universitätspastoral im Libanon, P. Dr. Jules Butros, aufgenommen, die KAAD-Stipendiaten im Libanon in den kommenden Jahren als Ansprechpartner für Pastoral- und Bildungsarbeit zu begleiten.