Studien- und Pilgerfahrt nach Rom: Begegnung mit der Weltkirche

18 Teilnehmer/innen aus 13 Ländern waren vom 25.-31.8.2019 im Zentrum der Weltkirche unterwegs, historisch geführt von Dr. Hermann Weber, geistlich begleitet von P. Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP.

In den Motivationsbriefen für die Teilnahme spiegelte sich die erwartete Bedeutung der Fahrt für die eigene Glaubensgeschichte, aber auch das fachliche und interdisziplinäre Interesse an römischer Architektur, Kunst und allgemein Geschichte im europäischen Kontext, besonders im Blick auf die Rolle der Kirche und des Papsttums. Die unmittelbare spirituelle Erfahrung an einem Quellort des eigenen Glaubens, die Suche nach „Bewahrheitung“ des in den Heimatländern Gelernten und Erträumten waren wie immer starke Beweggründe für unsere Pilger. Die Fahrt bot erneut die einmalige Chance, gemeinsam den „fremden Blick“ auf die europäische Geschichte an einem ihrer Ursprungsorte zu werfen. Die Gruppe war in einem Hotel eines italienischen Säkularinstituts in Trastevere untergebracht, von wo aus in meist langen Fußmärschen die Stadt erschlossen wurde. Gleichzeitig musste sie sich in einer touristisch überlaufenen Metropole ihren eigenen geistlichen Ort gewissermaßen erst erarbeiten. Thematisch wurde (auch angesichts einiger nicht-katholischer Teilnehmer) ein Akzent auf Rom als Stadt auch der interkonfessionellen/-religiösen Konflikte und Begegnungen gelegt, gespiegelt in ihrer Geschichte und Gegenwart.

Für die Stipendiatinnen und Stipendiaten wurden so die Begegnung mit Rom als Brennpunkt der Weltgeschichte, vor allem aber Gebet und Eucharistie an den Stätten der frühen Christenheit und der großen römischen Heiligen ein prägendes Erlebnis. Das gilt insbesondere für diejenigen, die aus Ortskirchen kommen, wo die Christen in einer Situation der Diskriminierung oder gar Verfolgung leben; sie empfinden die Fahrt meist als eine stellvertretende Pilgerreise für ihre Gemeinschaft. Die Gruppe nahm auch an der Mittwochsaudienz von Papst Franziskus teil, wo er in seiner Katechese zur Apostelgeschichte über die Nähe Christi mittels der Kirche bei den Kranken sprach und an den Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnerte. Eine lebendige, aus kleinen stadtrömischen Anfängen in eine weltkirchliche Dimension gewachsene Spiritualität konnten wir im Gebet und Gespräch mit der Gemeinschaft Sant’ Egidio in Trastevere erfahren.


Die Führungen durch einzelne historische Stadtviertel sollten einerseits ein anschauliches Bild der Lebensverhältnisse in bestimmten Epochen vermitteln, andererseits die Begegnung mit großen Persönlichkeiten der Antike und der Kirchen- und Profangeschichte ermöglichen. Im Horizont der Arbeit des KAAD lag dabei ein besonderes Augenmerk auch auf Rom als Stadt der Wissenschaft und Weisheit.

13 Stipendiaten/innen steuerten Kurzreferate zu Einzelthemen bzw. Biographien bei. P. Thomas Eggensperger OP führte uns am Sitz der Leitung des Dominikanerordens in dessen Geschichte ein.

So hat ein Teilnehmer aus Osteuropa die Pilgerfahrt erlebt:

„Die Pilgerfahrt nach Rom war für mich ein prägendes Erlebnis, das in geistiger, emotionaler sowie intellektueller Hinsicht unvergesslich bleibt. Es war mir bewusst, dass das Programm anspruchsvoll ist, aber es überstieg schließlich alle Erwartungen. Unsere ganze Gruppe erlebte ich als besondere Menschen, deren Begegnung sehr bereichernd war.“   

Dr. Hermann Weber hat in einer historischen Festschrift einen Essay zu Rom geschrieben, der auf den Erfahrungen der KAAD-Pilgerfahrten, die es jetzt seit 30 Jahren gibt, beruht. Hier der Link.