KAAD als interkulturelle und weltkirchliche Gemeinschaft, 20. November 2020

Das Einführungsseminar – ursprünglich als kleiner Ersatz für die ausgefallene Jahresakademie als Präsenzveranstaltung für die neuen Stipendiaten im Haus Venusberg in Bonn geplant – konnte pandemiebedingt nicht präsentisch stattfinden. Um insbesondere den neuen Stipendiaten/innen dennoch eine Möglichkeit zum Kennenlernen des KAAD und zum gegenseitigen Kennenlernen zu bieten, wurde es von Miriam Roßmerkel und Santra Sontowski als digitale Veranstaltung geplant und durchgeführt. 31 Stipendiaten/innen aus 21 verschiedenen Ländern nahmen daran teil.

Das siebenstündige Seminar setzte sich aus einer Einführung in den KAAD und einem umfangreichen interkulturellen Workshop zusammen, der sich an den Inhalten des jährlich stattfindenden Präsenzworkshops zum interkulturellen Lernen orientierte, die auf das digitale Format angepasst und erweitert wurden.

Eröffnet wurde das Seminar von Dr. Nora Kalbarczyk, die den KAAD und seine Ziele mit einer Power Point Präsentation vorstellte. Unterstützt wurde die Einführung von einem eigens für das Seminar erstellten Video, das Grußworte von ausgewählten Alumni aus allen Referaten an die neuen Stipendiaten/innen präsentierte und das auf sehr lebendige Weise die große Verbundenheit der Alumni mit dem KAAD veranschaulichte. Pater Prof. Dr. Ulrich Engel sorgte mit einem ersten geistlichen Impuls für die spirituelle Eröffnung der Veranstaltung.

Für die anschließende Vorstellungsrunde wurden die Teilnehmenden bereits im Vorfeld gebeten, ein Bild aus ihrem Heimatland auszuwählen. Anhand dieses Fotos, das als Hintergrundbild in Zoom hochgeladen wurde, stellten die Stipendiaten/innen sich und ihr Heimatland vor. Diese äußerst unterhaltsame kleine und sehr persönliche Weltreise stellte die Überleitung und den Einstieg in den interkulturellen Teil des Seminars dar.

Inhaltlich wurde mit verschiedenen Methoden zum Begriff von Kultur und Identität (kultureller Rucksack und Eisberg-Modell) gearbeitet, um darüber eine Sensibilisierung für kulturell bedingte Unterschiede im Denken und Handeln von Personen zu erreichen. Die Begriffe „Stereotype“ und „Vorurteile“ sowie die „kulturelle Brille“ wurden theoretisch erläutert und mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen diskutiert.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur, Interkulturalität und unterschiedlichen Kulturstandards wurde in den Gruppenarbeiten besonders erleb- und erfahrbar. Dazu wurden bekannte Methoden wir die „Albatross Übung“ mittels Video und Gruppenarbeiten (aufgeteilt nach Herkunftsregionen) in das virtuelle Format übertragen.

Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ausführungen zum Thema Kulturschock – ein Phänomen, welchem die meisten, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, in ihrer Zeit in Deutschland, aber möglicherweise auch nach der Rückkehr, begegnen werden. Das Wissen darüber, dass es dieses Phänomen gibt und dass es keine Schwäche des Einzelnen ist, hilft sicherlich mit dieser manchmal recht schwierigen Phase umzugehen und macht es vielleicht auch einfacher, mit anderen darüber zu reden. Die thematische Arbeit wurde mit dem Video der Rede von Chimamanda Ngozie Adichie („The danger of a single story“) zusammengefasst und abgeschlossen.

Nach einer Auswertung mittels einer Zoom-Umfrage und einer kurzen Abschlussrunde im Plenum wurde die Veranstaltung von Pater Ulrich Engel mit einem gemeinsamen Gebet und einem virtuellen Chor beendet.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Veranstaltung von allen Beteiligten sehr positiv bewertet wurde. Trotz einer nur virtuellen Begegnung konnte doch über die Stunden ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt werden. Dabei waren insbesondere die Vielfalt der eingesetzten Methoden, die Gruppenarbeiten, aber auch die offene Gesprächsführung sowie die große Bereitschaft der Teilnehmenden, sich durchgehend aktiv einzubringen, und das große Interesse an den Anderen ausschlaggebend.