Asien-Seminar zu Erneuerbaren Energien

Das Asien-Seminar zur „Deutsch-asiatischen Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien“ war von dem Wunsch der asiatischen Stipendiatinnen und Stipendiaten ausgegangen, die laufenden Forschungsprojekte aus diesem Bereich zusammenzubringen und dabei insbesondere auch einen Blick auf unsere Zusammenarbeit mit dem KIT in Karlsruhe über die BMBF-geförderten Projekte zu Karstregionen in Nordvietnam und Fragen des Wassermanagements im Mekong-Delta zu werfen (Projekte: KaWaTech Solutions Vietnam, 2016-2021. http://www.kawatech.kit.edu) und ViWaT Engineering – Water, Energy and Construction Technologies, 2018-2021, http://www.viwat.info/21.php). Der KAAD förderte in den vergangenen Jahren im Rahmen dieser beiden Verbundprojekte vietnamesische Stipendiaten, die sich besonders wasserwirtschaftlichen Fragen widmeten.

Letztlich musste unsere Veranstaltung pandemiebedingt auf zwei Online-Seminare verteilt werden. Das erste fand am 24. und 25. Februar, das zweite am 19. November 2021 statt. 22 bzw. 19 Stipendiatinnen und Stipendiaten, sowie beide Male etwa zehn weitere Alumni und Professoren, nahmen hieran teil. Im ersten Seminar hielt der Impulsgeber der beiden genannten Verbundprojekte, Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Franz Nestmann vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung, Karlsruher Institut für Technologie, den Einführungsvortrag. Die Teilnehmenden setzten das Dargestellte in Verbindung zu den Gegebenheiten in ihren eigenen Ländern. Am Folgetag stellten drei vietnamesische KAAD-Stipendiaten aus dem Programm ihre Promotionsprojekte vor. Hierbei wurde das KaWaTech-Projekt abschließend aus geologischer Sicht reflektiert, ozeanographische Perspektive der Meeresnutzung im Mekong-Delta für die Energiegewinnung einbezogen und erläutert, inwieweit das GIS Mapping des Mekong-Delta die zielgerichtete Nutzung erneuerbarer Energien ermöglicht. Strukturiert und gerahmt wurde dieser zweite Tag von Prof. Nestmann und Dr. Duong Vu, der als KAAD-Alumnus einer der ersten vietnamesischen KAAD-Promovenden der Verbundprojekte war. Die abschließende Diskussion schloss auch ein ehemaliges Projekt in Indonesien mit ein. Das online-Format ermöglichte Alumni und Stipendiaten auf Feldforschungen die Teilnahme. Hierdurch ergaben sich aktuelle südostasiatische und internationale Perspektiven. Die gemeinsame Reflexion führte vor allem zu der Frage, wie der Erfolg von Projekten jenseits der technischen Realisierung dauerhaft gesichert werden kann.

In unserem Folgeseminar im November wurde dieser Frage unter dem Aspekt, was zum Gelingen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft beiträgt, weiter nachgegangen. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf eine deutsche Institution gelegt, die es ermöglicht, politische Zielsetzungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und industrielle Interessen strukturiert zu vermitteln und die hierdurch eine effiziente Wassernutzungspolitik ermöglicht. Dipl.-Ing. Johannes Lohaus führte uns als Vorsitzender in die Struktur der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (https://de.dwa.de/de/) ein. Am Nachmittag wurde das Gehörte in Beziehung zu unseren lokal je verschiedenen Erfahrungen gesetzt und erste Ansätze und Ideen entwickelt, die eine nachhaltige Wasserwirtschaft lokal befördern könnten. Hierbei ergaben sich konkrete neue Synergien für die Arbeit vor Ort.

So waren beides sehr inspirierende Treffen. Zum ersten Mal wurde ein Asien-Seminar für Alumni geöffnet und insbesondere das Alumni-Netzwerk der Philippinen, AKAP, nahm teil, ebenso Alumni aus den Philippinen. Besonders erfreulich war, dass auch Alumni aus Afrika an dem Seminar in diesem Modus teilnehmen konnten. So kommt der KAAD seinem Ziel einer transregionalen, fachlichen Vernetzung näher.