Synodale Kirche – weltkirchliche Perspektiven Jahresakademie des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes

Noch bis Sonntag (1. Mai) findet die Jahresakademie des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD) in Bonn statt. Seit Donnerstag (28.4.) kommen in Bonn etwa 200 Teilnehmende aus 50 Ländern zusammen, um den innerdeutschen kirchlichen Reformdiskurs aus weltkirchlicher Perspektive zu beleuchten sowie Reformdebatten in anderen Teilen der Weltkirche in den Blick zu nehmen. „Die derzeitigen Debatten und offene Briefe aus allen Teilen der Welt zeigen, wie sehr es nötig ist, die deutsche Ortskirche mit der Weltkirche ins Gespräch zu bringen“, erläutert P. Dr. Hans Langendörfer SJ, Präsident des KAAD das Anliegen der Jahresakademie. „Wir wollten daher wissen, ob die Anliegen und Themen des Synodalen Weges tatsächlich partikulär sind oder ob auch andere Ortskirchen daran anknüpfen können“.

Dr. Constansia Mumma-Martinon (links) mit Dr. Nora Kalbarczyk

Deshalb hatte der KAAD im Vorfeld der Jahresakademie – zusammen mit dem Institut für Weltkirche und Mission (IWM) – zu diesem Thema eine Online-Umfrage durchgeführt, an der sich 600 katholische Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni des KAAD, des Albertus-Magnus-Programms (AMP) und des Stipendienwerks Lateinamerika Deutschland (ICALA) beteiligten.Hier wurde erkennbar, dass den verschiedenen Reformthemen im Globalen Süden von den Teilnehmenden der Umfrage eine Relevanz auf persönlicher Ebene, auf Gemeindeebene und auf der Ebene der Ortskirche beigemessen wird.

„Der Synodale Weg in Deutschland ist kein Solitär“, konstatiert Prof. Dr. Thomas Söding Vizepräsident des ZdK und Vertrauensdozent des KAAD in Bochum in seinem Eingangsvortrag in Bonn, vielmehr sei er „Teil einer globalen Entwicklung in der katholischen Weltkirche, auch wenn es an einer internationalen Vernetzung mangelt.“ Die Einberufung einer Bischofssynode zum Thema „Synodalität“ durch Papst Franziskus mit einem vorausgehenden Konsultationsprozess auf Ebene der Ortskirchen verdeutliche die Relevanz eines weltkirchlichen Dialogprozesses.

In vier Foren, die thematisch an die vier Synodalforen angelehnt sind, beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Fragen der Gewaltenteilung und Teilhabe in der Kirche, mit priesterlicher Lebensform, der Verantwortung von Frauen in der Kirche sowie mit Sexualmoral im Wandel. Jeweils ein Synodalvertreter fasste für die internationalen Teilnehmenden Diskussionen im jeweiligen Synodalforum zusammen und stand Rede und Antwort. Jeweils ein bis zwei Vertreter/innen der Weltkirche antworteten darauf und legten ihre jeweilige Perspektive dar. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die Ergebnisse zusammengetragen. „Dabei ist die Vielfalt und Vielstimmigkeit der Weltkirche deutlich geworden“, so Dr. Nora Kalbarczyk, Generalsekretärin des KAAD.

Nachdem sich die Teilnehmenden zwei Tage mit dem Thema der Jahresakademie „Synodale Kirche – Weltkirchliche Perspektiven“ auseinandersetzten, standen Ehrungen der ehrenamtlichen scheidenden Mitglieder des akademischen Ausschuss sowie des ehemaligen Generalsekretärs Dr. Hermann Weber an.

Der Preis der KAAD-Stiftung Peter Hünermann 2022 wurde am Freitag an die vier libanesischen Professoren Dr. Ziad Fahed, Dr. Roula Talhouk, Dr. Souad Slim und Pfarrer Dr. Jules Boutros für ihr herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement verliehen (u.a. hatten sie seit 2015 ehrenamtlich ein Stipendienprogramm des KAAD zur Unterstützung von syrischen und irakischen Flüchtlingen zum Studium in ihrem Aufnahmeland Libanon implementiert). Prof. Dr. Peter Hünermann, Ehrenpräsident des KAAD, verlieh den Preis persönlich.

Bis zum Abschluss der Jahresakademie stehen noch der internationale Festgottesdienst sowie die interdisziplinären Fachgruppen der weltweiten KAAD-Gemeinschaft zu dringenden Themen wie u.a. „Wasser“, „Globale Gesundheit“ und „Frieden und Gerechtigkeit“ auf dem Programm.

Weihbischof Losinger, Bischöflicher Beauftragter für den KAAD betonte in seiner Eröffnungsansprache die Bedeutung „einer akademische Förderung und Netzwerkbildung aus weltkirchlicher Solidarität heraus“ – dies sei „angesichts der weltpolitischen Krisen und Herausforderungen wichtiger denn je“.

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SYNODALITÄT WELTWEIT (ruhr-uni-bochum.de)

Stipendienwerk diskutiert Reformen – DOMRADIO.DE