Der KAAD trauert um Prof. em. Dr. Klaus Fleischer

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Im Juli 2025 verstarb im Alter von 86 Jahren Prof. em. Dr. Klaus Fleischer, langjähriges Mitglied des Akademischen Ausschusses des KAAD.

Fast zwanzig Jahre lang, von 1986 bis 2005, engagierte er sich in diesem Gremium mit großer fachlicher Sorgfalt, weltkirchlicher Weitsicht und der tiefen Überzeugung, dass akademische Förderung menschenzentrierte Verantwortung bedeutet. Von Beginn an war er eine tragende Verbindungsperson zur medizinischen Forschung und verstand sich als engagierter Vermittler zwischen europäischer Medizin und den Gesundheitsrealitäten im Globalen Süden. Seine richtungweisende Mitarbeit prägte nicht nur die medizinische Auswahlarbeit, sondern auch zahlreiche Bildungsveranstaltungen des KAAD.

Als Professor für Tropenmedizin und langjähriger Chefarzt an der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg (1972–2004) hat Klaus Fleischer die internationale medizinische Zusammenarbeit wesentlich mitgestaltet. Sein medizinisches Wirken war getragen vom Leitsatz „Gesundheit ist ein Menschenrecht“ – ein Verständnis, das sich auch in seiner Arbeit im KAAD widerspiegelte. In der Beurteilung von Bewerbungen zeigte er stets ein feines Gespür für fachliche Exzellenz ebenso wie für soziale Lage, kulturellen Kontext und das Potenzial zur verantwortlichen Rückwirkung in den Herkunftsgesellschaften.

Tropenmedizin verstand er nie als rein akademische Disziplin, sondern als ethisch-politisches Handlungsfeld im Zeichen globaler Solidarität. Diese Haltung ließ er auch in die Auswahlprozesse des KAAD einfließen, etwa durch seine wiederholten Hinweise auf strukturelle Benachteiligung im Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, insbesondere für Bewerberinnen und Bewerber aus afrikanischen Ländern.

Besonders verbunden war Klaus Fleischer Ghana – nicht nur durch persönliche Kontakte, sondern auch durch sein Engagement für die dortige Hochschulbildung. Durch seine Initiative entstand der Kontakt zur Jakob-Christian-Adam-Stiftung, die eine großzügige Förderung zur Unterstützung von Stipendien an der Katholischen Universität von Ghana ermöglichte. Die akademische Stärkung dieser Institution war Klaus Fleischer ein zentrales Anliegen.

Für sein langjähriges Engagement im Akademischen Ausschuss und seine bleibenden Verdienste um die internationale Bildungsförderung wurde Klaus Fleischer mit der Bene Merenti-Medaille des KAAD ausgezeichnet. Auch nach seinem Ausscheiden hielt er dem KAAD die Treue. Seine persönliche Verbindung zu Kardinal Peter Turkson, dem früheren Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden sowie der vatikanischen Behörde für ganzheitliche Entwicklung, ermöglichte dem KAAD wertvolle Gesprächsanlässe, etwa bei Empfängen in Rom, bei denen weltkirchliche Netzwerke gestärkt und Perspektiven für die Bildungsförderung vertieft wurden.

Noch im Mai 2025 wurde Klaus Fleischer in Würzburg erneut für den KAAD aktiv: Im Rahmen einer Veranstaltung des Ritterordens vom Heiligen Grab lud er Referatsleiter Nils Fischer ein, über die Förderarbeit des KAAD im Nahen und Mittleren Osten zu sprechen. Sein Engagement an diesem Abend unterstrich, wie sehr ihm die Anliegen des KAAD auch über seine aktive Zeit im Akademischen Ausschuss hinaus am Herzen lagen.

Mit Klaus Fleischer verliert der KAAD eine Persönlichkeit, die Wissenschaft und Weltkirche in besonderer Weise verbunden hat: verlässlich, zugewandt und geprägt von tiefer Verantwortung gegenüber den Menschen, für die akademische Bildung zugleich Perspektive und Auftrag ist. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

Eine schwarz-weiß-Fotografie von Prof. em. Dr. Klaus Fleischer, nur Oberkörper zu sehen, Hintergrund unscharf

Prof. em. Dr. Klaus Fleischer, Foto: Kai Fraass (medmissio)

Prof. Dr. Klaus Fleischer mit Kardinal Peter Turkson während der Jahresakademie des KAAD 2018

Prof. Dr. Klaus Fleischer mit Kardinal Peter Turkson während der KAAD-Jahresakademie 2018