Geschichte
Der KAAD ist das Stipendienwerk der katholischen Kirche in Deutschland für Postgraduierte und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Ländern des Globalen Südens und Osteuropas.
Der Katholische Akademische Ausländer-Dienst (KAAD) geht auf eine Initiative im Zentralkomitee der deutschen Katholiken zurück. Dort gründete Dr. Maria Alberta Lücker 1955 die „Aktionsgruppe“ KAAD, die 1958 in den eigenständigen Verein überführt wurde – mit ihr als erster Vorsitzenden. Dieser Schritt stand im Zusammenhang mit einem Beschluss des Fuldaer Katholikentags von 1954, der eine zentral koordinierte „Ausländerarbeit“ der deutschen Katholiken anregte und so den Weg für die Einrichtung der „Aktionsgruppe“ KAAD bereitete. Unterstützt wurde Maria Alberta Lücker dabei von Prälat Gottfried Dossing, dem Generalsekretär des ZdK, Heinrich Dietrich Thiel aus dem Bistum Trier, Alfons Erb, Domvikar in Mainz und später Vorsitzender des KAAD, sowie Walther Kiefer, Ökonom und erster Leiter einer KAAD-Geschäftsstelle (1956–1959), die in der frühen Phase maßgeblich an der Gestaltung des Werkes mitwirkten.
Von Anfang an zielte die Gründung des KAAD darauf, internationale Studierende und Fachkräfte in Deutschland nicht allein finanziell zu unterstützen. Vielmehr sollten sie in einer Zeit der Entwurzelung und der Begegnung mit einer säkularen Gesellschaft im Glauben gestärkt, akademisch gefördert und zugleich in eine weltweite Gemeinschaft eingebunden werden. Die Überzeugung war, dass diese Frauen und Männer später in ihren Herkunftsländern als Verantwortungsträgerinnen und -träger wirken würden – in Kirche und Gesellschaft, als ‚Change Agents‘ für Entwicklung, Gerechtigkeit und Dialog.
So entstand aus den verstreuten Initiativen der sog. „Ausländerbetreuung“ ein strukturiertes Stipendienwerk, das von Beginn an den Anspruch verband, Bildung als Brücke der weltkirchlichen Solidarität zu verstehen. Maria Alberta Lücker und ihre Weggefährten legten damit den Grundstein für ein Programm, das bis heute prägt, wie der KAAD internationale Verantwortung, akademische Exzellenz und geistliche Begleitung zusammenführt.
Der KAAD verwirklicht dieses Anliegen bis heute durch Stipendien, durch akademische und bildungsbezogene Veranstaltungen sowie durch persönliche und spirituelle Begleitung seiner Stipendiatinnen und Stipendiaten.
Weiterführende Informationen zu Auftrag und Selbstverständnis des KAAD



