Argentinien
Marcos Matarazzi

Marcos Nahuel Matarazzi ist Sozialarbeiter und seit 2016 in der Caritas der Diözese Quilmes im Süden der Provinz Buenos Aires tätig. In enger Verbindung mit der Caritas seiner Diözese begleitet er lokale Initiativen und soziale Projekte in besonders vulnerablen Stadtteilen. Nach seinem Studium der Sozialen Arbeit an der Universität von Buenos Aires übernahm er 2016 Verantwortung in der diözesanen Caritasarbeit. Heute koordiniert er die Caritas-Arbeit in Quilmes auf diözesaner Ebene.
Mit zunehmender Verantwortung in der diözesanen Caritas wurde für ihn deutlich, dass die langfristige Stabilisierung dieser Strukturen eine stärkere Einbindung in überregionale Partnerschaften erfordert. Ziel war es daher, Fördermöglichkeiten auf internationaler Ebene zu erschließen und Projekte fachlich fundiert zu planen, zu beantragen und nachhaltig zu begleiten, um die sozialen Initiativen der Diözese in einem von sozialer und wirtschaftlicher Krise geprägten Umfeld strukturell zu stärken.
Die Möglichkeit, sich in diesem Bereich weiterzubilden, eröffnete sich ihm durch das KAAD-Adveniat-Programm. Als erster Laie wurde er in diesem Rahmen gefördert und nahm 2024 das Masterstudium in internationaler Entwicklungszusammenarbeit an der Päpstlichen Universität Comillas in Madrid auf. Dort vertiefte er Fragen der Projektplanung, der Entwicklungsfinanzierung und institutioneller Entscheidungsprozesse. Zugleich brachte er seine langjährige Erfahrung in der Gemeinwesenarbeit so sehr ein, dass Kommilitoninnen und Kommilitonen ihn häufig als besonders „comunitario“ – gemeinschaftsorientiert – beschrieben. Neben dem Studium absolvierte er Praxisphasen bei der spanischen Nichtregierungsorganisation Taller de Solidaridad sowie im Bereich Internationale Kooperation von Caritas Spanien. Dabei gewann er Einblick in Verfahren der Projektsteuerung, in Abstimmungsprozesse mit öffentlichen Stellen und in Kriterien der internationalen Partnerschaftsarbeit. Im Anschluss an das Studium nahm er an der IV. Internationalen Konferenz der Vereinten Nationen zur Entwicklungsfinanzierung in Sevilla teil. Dort beteiligte er sich an zivilgesellschaftlichen Formaten und an Diskussionen zur internationalen Entwicklungsfinanzierung, unter anderem im kirchlichen Kontext des Jubiläumsjahres 2025.
Für ihn war der Aufenthalt jedoch nicht nur eine fachliche, sondern auch eine kirchliche Erfahrung. In Spanien habe er, so schreibt er, die „universale Dimension unserer Kirche“ neu erfahren. Die Unterstützung durch Adveniat und den KAAD, die Aufnahme durch eine Ordensgemeinschaft zu Beginn seines Aufenthalts und die Begegnungen mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten bei der Jahresakademie in Bonn ließen ihn spüren, „dass wir Gemeinschaft sind“.
Nach seiner Rückkehr nahm Marcos Matarazzi seine Tätigkeit bei der Caritas der Diözese Quilmes wieder auf. In Abstimmung mit der Leitung wurde ein Teil seiner Arbeitszeit für die systematische Darstellung und Weiterentwicklung der Projektlinien vorgesehen. Ziel ist es, die diözesanen Initiativen transparent zu strukturieren und als verlässliche Partnerin für überregionale Kooperationen zu positionieren. Ein erstes konkretes Ergebnis ist das bewilligte Projekt zur Stärkung der Gemeinschaftsorganisationen im Netzwerk der Caritas Quilmes für die Jahre 2025 bis 2027, das die organisatorischen und produktiven Fähigkeiten lokaler Gruppen weiterentwickeln soll. In diesem Zusammenhang wird unter anderem der Solidaritätsverbund „Mutual Papa Francisco Fratelli Tutti“ weitergeführt, ein Zusammenschluss von fünfundzwanzig Gemeinschaftsorganisationen, die ihre Einkäufe bündeln, um die Versorgung ihrer sozialen und alimentären Angebote gemeinschaftlich zu sichern. Das Vorhaben wird in Kooperation mit Adveniat umgesetzt.


