Moldau

Oxana Chira

Wo Sprachen aufeinandertreffen, entstehen Herausforderungen – und Chancen. Prof. Dr. Oxana Chira macht diese Chancen sichtbar.
Die Germanistin lehrt und forscht zur Rolle von Mehrsprachigkeit im Hochschulkontext, mit Blick auf akademische Bildung in pluralen Gesellschaften. Sie untersucht, wie kulturelle Muster über Sprache vermittelt werden, wo interkulturelle Missverständnisse entstehen und welche Funktion Tabus im kommunikativen Miteinander haben. Ihre wissenschaftliche Expertise bringt sie in bildungspolitische Fragen ein, etwa zur Gestaltung mehrsprachiger Lehre und zur Bedeutung sprachlicher Kompetenzen für gesellschaftliche Teilhabe.
An der Alecu-Russo-Universität in Bălți, Moldau, leitet sie den Lehrstuhl für Englische und Deutsche Philologie, zudem lehrt sie an der Pädagogischen Universität Chișinău. Während eines Forschungsaufenthalts an der Bergischen Universität Wuppertal, ergänzt durch Recherchen in Leipzig, vertiefte sie ihre Arbeit zum Phänomen Linguizismus, untersuchte Toleranzstrategien und dokumentierte religiöse wie kulturelle Tabus in mehrsprachigen Hochschulen. Gemeinsam mit Kolleginnen in Wuppertal entwickelte sie zudem ein Arbeitsheft für deutsche Schulen zur Förderung erweiterter Sprachfähigkeiten. Aus ihren Studien ging außerdem ein Lehrbuch hervor, das heute im Kurs „Interkulturelle Kommunikation“ eingesetzt wird. Derzeit schließt sie ein Buchprojekt zum wissenschaftlichen Schreiben in Deutschland und in der Republik Moldau ab. Viele der dafür gesammelten Fachbücher brachte sie persönlich nach Moldau und schenkte sie ihren Studierenden – ein Zeichen gelebter Verantwortung, das weit über den Hörsaal hinausreicht.

Für ihr Wirken an der Schnittstelle von Sprachwissenschaft und Bildungspolitik wurde sie vom Bildungs- und Forschungsministerium der Republik Moldau mehrfach ausgezeichnet – als Forscherin, Lehrende und Impulsgeberin für die Entwicklung des Hochschulsystems.
Oxana Chira zeigt, wie Wissenschaft zur Veränderung beitragen kann: indem sie Zusammenhänge sichtbar macht, Sprache als sozialen Raum denkt und Bildung als Brücke versteht. Ihre Arbeit lebt aus dem Vertrauen in Bildung als gemeinsame Aufgabe in pluralen Gesellschaften.