Ghana

Joseph Mohammed Soale

Joseph Mohammed Soale aus Damongo im Norden Ghanas verbindet in seiner wissenschaftlichen und praktischen Arbeit ökologische Nachhaltigkeit mit sozialer GerechtigkeitAufgewachsen in einer Region, in der Besitz über Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe entscheidet, erkannte er früh, wie eng Zukunft und Zugang zu Ressourcen miteinander verknüpft sind – eine Erfahrung, die bis heute seine Forschung und sein Engagement prägt.

Nach einem vom KAAD geförderten Masterstudium in Environmental Governance an der Universität Freiburg kehrte Joseph Soale nach Ghana zurück und arbeitete mehrere Jahre im Bereich Landmanagement und Klimawandelanpassung, unter anderem für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und weitere Organisationen. Aus seiner Tätigkeit in der landwirtschaftlichen Entwicklung heraus gründete er das Unternehmen „Potter’s Farms and Consult“, das ökologische Anbaumethoden fördert und lokale Produzentinnen und Produzenten bei nachhaltiger Wertschöpfung unterstützt. Ergänzend dazu initiierte er das „Global Sustainability Lab“, ein Netzwerk, das Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zusammenführt, um innovative Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels in Westafrika zu entwickeln.

Die praktischen Erfahrungen aus diesen Jahren führten ihn zurück in die Wissenschaft: 2020 nahm er eine Lehrtätigkeit an der University for Development Studies in Tamale auf und entschloss sich, seine Fragen nach Gerechtigkeit, Ressourcenverteilung und Stadtentwicklung in einer Promotion weiterzuverfolgen. In dieser untersucht er mithilfe eines KAAD-Stipendiums an der Humboldt-Universität zu Berlin, wie die Digitalisierung von Landbesitz und -verwaltung soziale Dynamiken in afrikanischen Städten verändert – insbesondere im Hinblick auf Gentrifizierung und Verdrängung.

Sein wissenschaftlicher Weg steht für eine Haltung, die nachhaltige Entwicklung als Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt versteht. Für diese Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung wurde er 2025 mit dem Hermann-Weber-Stipendium des KAAD ausgezeichnet.