Breaking the Walls of Violence: Die vielen Gesichter der Gewalt

Katholische Akademie – Die Wolfsburg | 07.04.2026 - 10.04.2026

Gewalt begegnet uns in verschiedensten Formen – sichtbar und unsichtbar, direkt oder strukturell, individuell wie kollektiv. Sie äußert sich nicht nur in körperlichen Übergriffen, sondern auch in sprachlicher Herabwürdigung, ökonomischer Ausbeutung, politischer Unterdrückung, kultureller Diskriminierung oder in ungleichen globalen Machtverhältnissen. In vielen Gesellschaften sind bestimmte Gewaltformen tief in sozialen, religiösen oder politischen Strukturen verankert – häufig unsichtbar oder gar legitimiert.

Auch kulturelle Praktiken wie die Ästhetisierung von Gewalt in Medien, Kunst oder religiösen Symboliken können zur Normalisierung von Gewalt beitragen. In kirchlichen Kontexten wird zunehmend über spirituelle Gewalt und Machtmissbrauch gesprochen – Formen von Gewalt, bei denen religiöse Autorität zur Manipulation oder Kontrolle eingesetzt wird.

Das Seminar bietet einen fundierten Überblick über wissenschaftliche Perspektiven auf Gewalt und beleuchtet deren strukturelle, kulturelle, symbolische und spirituelle Dimensionen. Hierbei kommen interdisziplinäre Ansätze aus Soziologie, Theologie, Friedens- und Postkolonialforschung zum Tragen. Stimmen aus dem Globalen Süden, die für die Anerkennung und Überwindung kolonial geprägter und religiös legitimierter Gewaltverhältnisse eintreten, werden gezielt einbezogen. Ziel ist es, sowohl die Komplexität des Gewaltbegriffs zu erfassen als auch Wege aufzuzeigen, wie „Mauern der Gewalt“ im Denken, Glauben und Handeln durchbrochen werden können. Im christlichen Verständnis steht dabei das Ideal der Gewaltfreiheit als Ausdruck von Gerechtigkeit, Menschenwürde und Versöhnung im Mittelpunkt. Interaktive Formate, persönliche Reflexion und internationaler Austausch eröffnen Raum, eigene Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Perspektiven für ein gewaltfreies Miteinander zu entwickeln.