Handwerk und Kultur: Deutschland und seine Biergeschichte(n)

Thalhausen bei Freising | 15.09.2026 - 18.09.2026

Fragt man Menschen weltweit, was typisch deutsch sei, fällt die Antwort oft leicht: Bier. Doch was verbirgt sich hinter diesem Bild? Woher rührt die besondere Bedeutung des Bieres in Deutschland und was haben Mönche damit zu tun?

Bier, und damit auch Brauwesen, hat in Deutschland eine lange Geschichte. Mit dem Reinheitsgebot von 1516 ist eines der ältesten Gesetze des Landes verbunden. Mit der staatlichen Brauerei Weihenstephan, gegründet 1040, kommt die älteste Brauerei der Welt aus Deutschland. Gleichzeitig tragen erstaunlich viele Brauereien die Namen von Mönchsorden. Doch woher stammt diese Verbindung zwischen Klöstern und Brauwesen? Woher kommt die besondere Bedeutung des Bierbrauens in Deutschland? Gibt es sogar Bezüge zwischen Kultur, Geschichte und Bier? Diesen Fragen werden wir in diesem Seminar nachgehen und uns sowohl mit den handwerklichen Bedingungen des Bierbrauens als auch mit seiner Geschichte auseinandersetzen.

Neben Handwerk und Kultur werden auch die Schattenseiten des Bieres in den Blick genommen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol ist nicht selbstverständlich – übermäßiger Konsum kann gesundheitliche, soziale und gesellschaftliche Folgen haben. Beim Oktoberfest in München, dem größten Volksfest der Welt, zeigt sich dies besonders deutlich: Rettungs- und Notdienste versorgen dort jedes Jahr zahlreiche Menschen mit Alkoholvergiftungen oder Verletzungen infolge alkoholbedingter Gewalt. Im Gespräch mit Fachleuten aus der Suchtberatung werden die Risiken des Bierkonsums und Wege zu einem bewussteren Umgang thematisiert.

In diesem Seminar gehen wir der Bierkultur in Deutschland auf den Grund: historisch, technisch, politisch und kritisch. Dabei geht es nicht nur um das Woher, Wie und Wieso von Bier und Bierkultur, sondern auch um die Frage, ob Bierkonsum in Deutschland tatsächlich normal oder lediglich normalisiert ist.

Das Seminar findet in Selbstversorgung statt. Alle Teilnehmenden beteiligen sich an der gemeinsamen Essenszubereitung. Zur Vorbereitung sind verpflichtende digitale Treffen sowie eine frühzeitige und verbindliche Anmeldung vorgesehen.