Mit der Auslandsakademie 2026 rückt der KAAD Lateinamerika in den Fokus der globalen Debatte über Künstliche Intelligenz. Dabei steht nicht allein die technische Entwicklung im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Innovation gesellschaftliche Verantwortung, Gerechtigkeit und das Verständnis von Menschenwürde beeinflusst. Der KAAD begreift diese Debatte als zentrale Herausforderung einer sich wandelnden Welt – und als Chance, aus internationaler, interdisziplinärer und christlich inspirierter Perspektive Orientierung zu bieten.
KI verändert Lebensrealitäten tiefgreifend – in der Gesundheitsversorgung ebenso wie in Bildung, Forschung, Kunst, Kommunikation oder Spiritualität. Während techno-logische Entwicklungen in Teilen Lateinamerikas mit hoher Dynamik voranschreiten, stellen sich gleichzeitig spezifische Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe, ethischer Steuerung und kultureller Einbettung. Die Akademie möchte diesen Spannungsfeldern Raum geben und einen Dialog fördern, der nicht nur technologische Fortschritte beschreibt, sondern auch gesellschaftliche Gestaltungsfragen ins Zentrum rückt.
Die KAAD-Auslandsakademie 2026 widmet sich den sozialen, kulturellen und ethischen Implikationen von KI aus lateinamerikanischer Perspektive. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema globale Gesundheit: Wie verändert KI medizinische Diagnostik, Gesundheitsversorgung und den Zugang zu Wissen? Welche Risiken bestehen – etwa durch ungleiche Datenverfügbarkeit, fehlende Transparenz bei automatisierten Entscheidungen oder die Abhängigkeit von privatwirtschaftlicher Infrastruktur?
Auch andere Lebensbereiche geraten in den Blick: Bildung, Forschung, Kunst, zwischenmenschliche Beziehungen und religiöse Praxis. Bereits der verstorbene Papst Franziskus hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass KI zu einer der größten Herausforderungen für die Wahrung von Menschenwürde, Gerechtigkeit und Arbeit geworden ist – ein Impuls, den die Akademie im kirchlichen Kontext aufgreift. Die Akademie versteht sich als ein Forum des Dialogs zwischen Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft und zugleich als Ort, an dem ethische Fragestellungen und internationale Zusammenarbeit zusammengeführt und gemeinsam diskutiert werden.


