Geboren 1968 in Guayaquil, Ecuador, wuchs Carlos Ignacio Man Ging in einer Gesellschaft auf, die von großen sozialen Herausforderungen geprägt war. Sein Eintritt in die Gesellschaft Jesu verband geistliche Berufung mit einem Bildungsweg, der ihn über mehrere Länder Lateinamerikas und Europas führte. Ziel war stets, theologische, psychologische und biologische Perspektiven in Forschung und Lehre ins Gespräch zu bringen.
Seine Studien führten ihn nach Buenos Aires, Santiago de Chile, Rom und München. An der Universität Gregoriana in Rom setzte er sich erstmals intensiv mit dem Thema sexuellen Missbrauchs in der Kirche auseinander – eine Auseinandersetzung, die sein weiteres Denken maßgeblich beeinflusste. Seine Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München, gefördert durch ein Stipendium des KAAD und der Deutschen Provinz der Gesellschaft Jesu, widmete er der Prävention sexuellen Missbrauchs. Im Zentrum stand die Frage, wie Kinder und Jugendliche wirksam vor Übergriffen geschützt und bestehende Strukturen so gestaltet werden können, dass Vertrauen wiederhergestellt wird.
Nach seiner Rückkehr nach Ecuador im Jahr 2016 übernahm er zunächst als Professor, später als Dekan Verantwortung an der Kirchlichen Fakultät der Philosophischen und Theologischen Wissenschaften der Päpstlichen Katholischen Universität von Ecuador (spanisch: Pontificia Universidad Católica del Ecuador, PUCE). Dort initiierte er den weltweit ersten Masterstudiengang zur Prävention sexuellen Missbrauchs in spanischer Sprache. Er konzipierte Programme zu pastoraler Praxis, Ethik und Spiritualität und profilierte die PUCE als Ort interdisziplinärer und werteorientierter Bildung. Auch in der internationalen Debatte um synodale Prozesse ist er eine prägende Stimme, etwa als Initiator eines KAAD-Alumni-Seminars zur Synodalität oder als Berater der kolumbianischen und bolivianischen Bischofskonferenz.
Mit seiner Ernennung zum Rektor der PUCE übernimmt P. Carlos die Verantwortung für eine der führenden Hochschulen des Landes. Sein Weg zeigt, wie Bildung, Forschung und gelebter Glaube in den Dienst einer gerechteren Gesellschaft treten können – und wie nachhaltig KAAD-Alumni weltweit wirken.





