Polen
Rafał Riedel

Bereits in seiner Masterarbeit mit dem Titel „Polen im Prozess der Europäischen Integration", welche Rafał Riedel 1999 an der Schlesischen Universität Katowice einreichte, setzte der Politikwissenschaftler den Fokus seiner künftigen Forschungsarbeit auf den Themenbereich der Europäischen Integration. Seitdem greift er Themen wie die politische Ökonomie, die Währungsintegration sowie die europäische Integration mit einem besonderen Schwerpunkt auf der EU-Osterweiterung auf. Außerdem beschäftigt er sich angesichts des Klimawandels mit Wirtschafts- und Energiepolitik in Europa.
2020 bewarb sich Rafał Riedel erfolgreich für ein Stipendium des KAAD für einen Forschungsaufenthalt an der Technischen Universität Chemnitz, um seine Forschungen zum Wirtschaftspopulismus in Mittel- und Osteuropa zu intensivieren. Dieses Stipendium ermöglichte Rafał Riedel auch eine Erweiterung seiner internationalen akademischen Vernetzung. 2024 veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse unter dem Titel „Populism and Memory Manipulations“ in der „Encyclopedia of New Populism and Responses in the 21st Century“.
Zurück in Polen, setze Rafał Riedel seine berufliche Tätigkeit an der Universität Opole fort. Seine akademische Tätigkeit ist vor dem Hintergrund auseinandertreibender Kräfte in Europa, des Erstarkens von Populismus und autoritären Tendenzen und zur Lösung europäischer Integrationsfragen, die in nationalen Fragestellungen wurzeln, aktueller denn je.
Als Alumnus bringt sich Rafał Riedel regelmäßig in verschiedene Veranstaltungen des KAAD ein, darunter etwa auf der Alumni-Konferenz „Natur – Geist und Macht“, die im Mai 2022 im schlesischen Nysa stattfand und auf der er die politische Strategie der damaligen polnischen Regierung im Klima-Energie-Bereich im Kontext der EU-Klimaschutzmaßnahmen beleuchtete. Im Rahmen des KAAD-Seminars, das sich 2023 in Oświęcim (Auschwitz), Polen, mit der „Aufarbeitung von Gewalt, Schuld und kollektiven Traumata“ auseinandersetzte, zeichnete Rafał Riedel in einem Vortrag mit dem Titel „Die Erfahrung von Auschwitz – die Erinnerung an den Holocaust und das kollektive Gedächtnis Europas“ sieben Zirkel der kollektiven Erinnerung in Europa nach, die von Holocaust, Krieg und Vertreibung aus auch das Gedenken an den Sowjetkommunismus und den Umgang mit der Gewalt der Kolonialzeit beinhalten. Durch seinen Vortrag machte er deutlich, dass eine profunde Aufarbeitung der Geschichte für das friedliche Zusammenleben der Völker unentbehrlich ist.
Seine herausragende Expertise und Erfahrung bringt der Politikwissenschaftler seit 2022 auch in die Arbeit des Expertengremiums „Institutionen, Verwaltung und Rechtssysteme“ des Europäischen Forschungsrats (ERC) ein, in welches er im Berichtsjahr erneut berufen wurde.
Rafał Riedel glaubt fest daran, dass der internationale Austausch eine entscheidende Rolle dabei spielt, die großen Fragen der Gegenwart zu beantworten. Besonders in Zeiten von Klimawandel, politischen Spannungen und gesellschaftlichen Umbrüchen hält er es für notwendig, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit zusammenarbeiten, um nachhaltige Antworten zu finden. In dem Kontext lobt Rafal Riedel insbesondere die ideelle Förderung des KAAD, durch dessen international ausgerichtete Veranstaltungen die Verbindungen zwischen Wissenschaft und Glauben gefördert werden und eine Verständigung zwischen Nationen und Konfessionen kontinentalübergreifend gestärkt wird.


